Ein Plattenlabel gründen – Einfach erklärt in wenigen Schritten | sanctuaryrecords.de

Die Musikindustrie steht niemals still und sucht stehts nach zukunftsorientierten, neuen Labels. Im Aufgabenbereich eines Labels befindet sich das Aufnehmen und Mixen von Alben, Kundenakquisition und PR-Management sowie die Suche nach frischen Talenten und deren Vermarktung. Was alles benötigt wird und wie viel Planung hinter der Gründung eines neuen Labels steckt, erklären wir auf dieser Homepage.

Planung des Projekts

Bevor es an die Durchführung geht, wird ein umfassender Plan benötigt. Jedes größere und bekannte Plattenlabel spezialisiert sich auf ein Musikgenre. Mit diesem Schritt wird auch bestimmt, in welche Richtung ein Plattenlabel geht. Soll das Label einem rein kommerziellem Zwecke dienen, sollte der Fokus auf bekannte Musikgenres gesetzt werden, um eine möglichst großes Klientel zu bedienen.

Die finanzielle Situation wird mit einem detaillierten Geschäftsplan erörtert. Hierbei wird auf die aktuelle Marktsituation eingegangen: Wie ist die aktuelle Konkurrenz vertreten, wie soll das eigene Label finanziert werden und welcher Weg ist am profitabelsten. Allerdings ist der beste Plan nicht umsetzbar, wenn das Geld fehlt. Reicht das eigene Vermögen nicht aus, ist es unabdingbar, Investoren für das Projekt zu suchen.

Hierfür werden Prognosen und grobe Abschätzungen benötigt. Selbst wenn genügend Startkapital vorhanden ist, kann es nicht schaden, weitere Investoren in das Projekt einzubeziehen. Besonders vorteilhaft für das eigene Label sind namhafte Investoren, um andere Investoren zu überzeugen oder um etwas PR zu betreiben.

Die Kostenplanung

Um vollsten Überblick über das eigene Budget zu erhalten, wird ein detaillierter Kostenplan benötigt. Hier werden sämtliche Posten wie Arbeitskräfte, Strom, Aufnahme- sowie Produktionskosten und Materialien aufgelistet. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird stets ein kleiner Kostenpuffer einberechnet, um Preisschwankungen auszugleichen. Wesentliche Kostenpunkte, die bei der Neugründung eines Labels anfallen, wären wie folgt:

  • Aufnahmekosten: Das Plattenlabel ist für die anfallenden Produktionskosten verantwortlich. Darunter fallen Kosten für den Tontechniker, das Abmischen, die Aufnahme im Studio, Kosten für die Produzenten und Musiker.
  • Marketingkosten: Das beste Album generiert kein Einkommen, wenn es nicht erfolgreich vermarktet wird. Für eine adäquate Präsentation des eigenen Labels werden Künstler und Designer beauftragt, Logos und/oder Verpackungen zu gestalten. Für den eigenen Bekanntheitsgrad wird PR benötigt, je mehr desto besser. Es fallen Kosten für eine eigene Webseite, Presseschriften oder Onlinewerbung an. Diese Kosten werden einmal fällig. Ist das Label erst einmal in aller Munde, läuft das Marketing viral oder über Social Media von selbst.
  • Verwaltungskosten: Hierunter versteht man Betriebskosten, Mietkosten, Kosten für Internet, Strom, Materialien wie Papier oder Visitenkarten, Drucker, Büromaterialien sowie Steuern und diverse Lizenzen. Moderne Labels besitzen eine eigene Homepage und sind in den Sozialen Netzwerken präsent, die betreut und auf dem aktuellen Stand gehalten werden müssen. Die meisten dieser Kosten sind Fixkosten. Einige darunter fallen aber nur einmalig, zur Gründung des Unternehmens an.
  • Dienste: Natürlich benötigt man in gewissen Bereichen Unterstützung. Um das sachgerechte Abschließen von Verträgen und andere juristische Angelegenheiten kümmert sich im besten Falle ein, auf den Bereich spezialisierter, Anwalt. Für steuerrechtliche Angelegenheiten ist ein Buchhalter unerlässlich.

Die Cashflow-Prognose

Um finanziellen Schwierigkeiten vorzubeugen empfiehlt sich eine ausführliche Cashflow-Prognose für die nächsten drei Jahre. Natürlich bedarf eine solche Prognose einiges an Vorwissen und Erfahrung. Am wichtigsten ist die Planung des ersten Startjahres, denn darauf basieren alle weiteren Schätzungen. Ein relevanter Faktor und Anhaltspunkt für eine genaue Prognose sind die Musiker, welche unter Vertrag stehen. Der Erfolg und die Popularität dieser sind ausschlaggebend für die zukünftigen Gewinne, die das Label einfährt.

Für weitere Musiker gilt generell, je unbekannter diese sind, desto höher fallen Kosten für Marketing und PR aus. Am sinnvollsten und sichersten ist grundsätzlich die Streuung der Kosten. Je mehr Musiker und Artisten unter Vertrag stehen, desto höher steigt das potentielle Einkommen über die nächsten Jahre an. Der ausbleibende Erfolg eines Künstlers kann durch den Erfolg der vielen anderen Künstler, die im Label unter Vertrag stehen, ausgeglichen werden. Drastischer verhält es sich bei kleinen Labels, mit wenigen Künstlern.

Die Bildung des Teams

Die Unterhaltung eines Plattenlabels ist kein Ein-Mann-Job. Ein erfolgreiches Label unterhält Juristen, Designer, Techniker, Künstler, Musiker, Geschäftsmänner, PR-Manager und viele mehr. Grundsätzlich lässt sich hierbei in drei grobe Posten einteilen:

  • Produktion: Für die reibungslose Arbeit im Studio werden Tontechniker, Mixer, Produzenten und Künstler benötigt.
  • Vertrieb und Marketing: Ein Insider der Musikindustrie hilft dem Label im umkämpften Markt Fuß zu fassen. Persönliche Beziehungen zu Künstlern, Investoren und PR-Managern sind von Vorteil.
  • Vertragshilfe: Für Formalitäten braucht ein Label Anwälte, Buchhalter, Techniker und Hilfspersonal.